Hallo zusammen,
ich bin seit 2016 glücklich von meiner Frau geschieden und wir haben eine gemeinsame Tochter (10).
Wir haben beide neue Partner und eigetlich ist alles gut.
Wir betreiben das Wechselmodell und unsere Tochter ist jeweils eine Woche bei Mama und eine Woche bei Papa.
Auch die Ferien haben wir so aufgeteilt, bis auf die Sommerferien. Das Ist unsere Tochte je drei Wochen am Stück beim anderen.
Dieses Jahr möchte ich gerne 2 Wochen in den Herbstferien weg (Türkei) und habe Angeboten dass Sie dann die gesamten Osterferien bekommen könnte.
Meine Exfrau hat dies aber direkt abgeleht, mit der Begründung, dass wir das WM betreiben und Sie es nicht gut findet wenn (bis auf die Sommerferien) unsere Tochter so lange beim anderen Elternteil ist.
Welche möglichkeiten habe ich um diesen Urlaub trotzdem machen zu können?
Liebe Grüße
Hallo Flensen,
ein herzliches Willkommen im Elternforum im Namen des gesamten Moderator*innen-Teams 😊. Schön, dass Sie mit Ihrer Frage den Weg hierher gefunden haben!
Erst einmal möchte ich unbedingt loswerden, wie beeindruckt ich davon bin, wie Sie es als getrennt lebende Eltern schon so lange -mittlerweile ja schon 8 Jahre- so gut hinbekommen haben mit Ihrer gemeinsamen Tochter. Also da könnten viele andere von Ihnen lernen!
Nun zu Ihrer konkreten Frage: Grundsätzlich obliegt die Urlaubs- und Ferienplanung Ihnen als Eltern allein, was Ihnen bisher ja auch top gelungen ist. Echt wahr! So wie ich Sie verstanden habe, hat sich über die Jahre ein quasi "ungeschriebenes Gesetz" manifestiert, das bis auf die Sommerferien einen wöchentlichen Wechsel festschreibt. Was ja auch bis dato für alle Beteiligten zufriedenstellend gewesen sein mag. Nun haben Sie erstmals Urlaubspläne geäußert, die Veränderung vom gewohnten und damit vielleicht Sicherheit gebenden Ablauf bedeuten. Für Sie eine gute Veränderung, schließlich planen Sie den Urlaub. Und für die Mutter? Wir wissen es nicht und möchte auch nicht spekulieren, vermutlich wird sie für sich gute Gründe haben, Ihren Vorschlag kritisch zu sehen.
Die Begründung "so lange beim anderen Elternteil" erscheint mir in Anbetracht der schon jahrelang praktizierten Ausnahme in den Sommerferien (3 Wochen am Stück) nicht ganz schlüssig. Sagen Sie, was könnte denn noch dahinter stecken, dass Sie Ihren Vorschlag glatt ablehnt?
Nun spekuliere ich doch ein wenig😉, vielleicht spielt auch die Sorge eine Rolle, mit einer Zusage das Alt-Bewährte gänzlich aufzugeben zu müssen? Eine Möglichkeit, diesen Urlaub dennoch zu machen, ist, erneut das Gespräch mit der Mutter zu suchen. Vielleicht anbieten, das in diesem Jahr mal als Ausnahme zu versuchen und danach gemeinsam zu schauen, ob und wie es sich auf wen ausgewirkt hat. Möglicherweise mit der Zusage, ggf. wieder zum alten Modell zurückzukehren im nächsten Jahr? Nur eine Idee.
Ohne zu wissen, in welcher Form Ihre elterliche Kommunikation bisher organisiert war, besteht natürlich auch immer die Möglichkeit, gemeinsam eine Beratungsstelle aufzusuchen, um dort eine einvernehmliche Lösung mit der Moderation einer außenstehenden Person zu erreichen. Wenn ich Ihre Zeilen "...seit 2016 glücklich von meiner Frau geschieden..." lese, wäre es meines Erachtens ein guter nächster Schritt, nochmal auf sie zuzugehen und wohlwollend unter 4 Augen darüber zu sprechen, was denn die konkreten Bedenken hinter der Ablehnung sein könnten. Vielleicht öffnen sich dann ganz neue Türen...
Ihr Vorschlag wirkt auf mich sehr fair und auch der Ausgewogenheit bei den Betreuungszeiten in der Vergangenheit angemessen. Gut, dass Sie bedacht handeln und nicht alleine bleiben mit Ihrer Frage!
Und ja, vielleicht haben die vielen erfahrenen Eltern hier im Forum noch weitere Gedanken und Impulse? Nur her damit...
Fürs Erste mal viele Grüße und einen guten Einstieg ins Jahr 2025 an alle Eltern hier im Forum,
bke-Lorenz Bauer